Als die Eisenbahn nach Bordesholm ins Bordesholmer Land kommt

Bahnhof Bordesholm | © Archiv Heimatsammlung Bordesholm
Bahnhof Bordesholm |im Bordesholmer Land © Archiv Heimatsammlung Bordesholm

Bordesholm liegt an einer der wichtigsten Bahntrassen Schleswig-Holsteins und hat seinen Erfolg zum Teil auch durch seine Bahnanbindung zwischen Kiel und Hamburg. Wir begeben uns auf Spurensuche in eine Zeit, in der die Eisenbahn mit Pferdefuhrwerken und Postkutschen konkurrierte.

Die Anfänge der Eisenbahn in Bordesholm und Bordesholmer Land

Mit dem 07. Dezember 1835 fällt in Deutschland der Startschuss für den Eisenbahnbetrieb. An diesem Tag fährt der berühmte Adler zum ersten Mal auf der 6,05 Kilometer langen Strecke zwischen Nürnberg und Führt. Der dampfbetriebene Transport auf Schienen ist geboren. Doch wann schafft man einen Anschluss von Bordesholm und damit vom Bordesholmer Land an die neue Infrastruktur?

Bahnhof Bordesholm im Bordesholmer Land 1954 | © über den Kulturverein Bordesholm

Bahnhof Bordesholm im Bordesholmer Land 1954 | © über den Kulturverein Bordesholm

Nur neun Jahre später, am 18.September 1844, eröffnet die zunächst eingleisige Strecke zwischen Neumünster und Kiel.  Hier, in Bordesholm, befindet sich nämlich ein Ausweichgleis, damit entgegenkommende Züge aneinander vorbei kommen. Da die Züge somit auf jeden Fall hier halten müssen, nutzt man diesen Umstand gleich für einen Bahnhof in Bordesholm. Ein Gebäude gibt es indes nich nicht. Doch irgendwer muss ja die Weichen stellen und so baut man etwa in der Höhe der heutigen Fußgängerunterführung ein kleines Backsteinhaus- das erste Bahnhofsgebäude in Bordesholm und damit im Bordesholmer Land.

Immerhin verkehren zu Beginn der Strecke täglich zwei Personen- und ein Güterzug. Der Erfolg dieser Verbindung durch das Bordesholmer Land nimmt seinen Lauf und so geht bereits 1895 das zweite durchgehende Gleis in Betrieb. Einen technischen Halt braucht man also nicht mehr.Und somit ja auch keinen Weichen- und Signalsteller.

Wird Bordesholm und damit das Bordesholmer Land zur Haltestelle?

So gibt es bereits vier Jahre später, 1899, Überlegungen, aus dem kleinen Bahnhof Bordesholm wieder eine Haltestelle zu machen und damit das Bordesholmer Land ein Stück vom Fernverkehr abzukoppeln. Doch kurz vor Ausbruch des ersten Weltkrieges, im Jahr 1911, beginnt der Bau des heutigen Bahnhofes. Immerhin kommt über die kleine Lorenbahn der Kies von den Gruben in Reesdorf und Techelsdorf , die hier im nördlichen Bahnhofsbereich seinen Endpunkt findet.

In den 1960er Jahren erhält der Bahnhof eine Kopframpe, mit deren Hilfe auch Militärfahrzeuge ver- und entladen werden. Innerhalb des Bahnhofsbetriebes stationiert die Deutsche Bahn eine kleine Rangierlokomotive, die Köf II. Im Jahr 1964 wird der Bahnhof Bordesholm im Bordesholmer Land um Schalter- und Warteraum und Gastwirtschaft erweitert. Am 03. November 1992 steht im Rahmen einer Feier der erste Strommast für die Elekrifizierung der Banhstrecken in Schleswig-Holstein. Ab 2003 geht das Bahnhofsgebäude in Gemeinebesitz über und wird bis 2008 umfangreich renoviert. Dabei legt man Wert auf das originale Erscheinungsbild.

Heute ist der Bahnhof Bordesholm mit seiner direkten Umgebung eine der schönsten Visitenkarten für das Bordesholmer Land.

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