Die Europawahlahl – eine Posse Und trotzdem: Wählen gehen!

EU Beschlüsse für das Bordesholmer Land

Sie machen es uns nicht leicht. Wie absurdes Theater mutet an, was die Staaten Europas aufführen. Da will ein Land austreten aus der EU. Aber es wird sich nicht einig, wie. „Nun gut, wählt derweil unser Parlament mit. Eure Abgeordneten können dann bei uns zerstörerisch wirken, bis ihr mit dem Austritt soweit seid,“ rufen dem Deserteur alle 27 verbleibenden Staaten zu.

EU und der Brexit

Doch auch in denen gibt es viele Parteien, die an der Abschaffung der EU oder zumindest ihrer Veränderung zu einem Gebilde, das nichts von der heutigen Gemeinschaft mehr hat, arbeiten. Sie kritisieren die EU und drängen gleichzeitig in ihr Parlament. Denn dort gibt es satte Diäten, Spesen und hohe Subventionen. Wertegemeinschaft Europa – sie lachen darüber. Europafeinde entern das Parlament und niemand gebietet ihnen Einhalt. Wo ist das Gericht, wo die Instanz, die ihnen ihre Grenzen aufzeigt. Jeder Verein schließt Mitglieder aus, die das Ziel verfolgen, den Verein zu zerstören, seinem Vereinsziel entgegen handeln. In keinem Land sind Parteien zur Wahl zugelassen, deren Programme die Grundlagen des Staates sabotieren. In der EU geht das alles. Und wird noch reich belohnt (siehe oben).

Und in dieses Parlament soll ich jemanden wählen? Jemanden stellvertretend für mich entsenden? Wen denn?

Von einer Schicksalswahl sprechen einige, vom Kampf um das Herz Europas. Aber diese Parteien streiten. Über Soziales, Verteidigung, Klimapolitik, Steuern oder Zuwanderung. Verhakt sind sie in Klein-Klein. Es ist, als seien sie von Monty Python inspiriert: „Wir sind die Volksfront von Judäa!“ – „Spalter, wir sind die judäische Volksfront!“ – „Ich dachte, wir wären die populäre Front.“ So zersplitterte sich der Widerstand, und die Römer konnten in Ruhe herrschen. Hinzu kommen heute die Personen, die wir wählen sollen. Aber lassen wir das!

Was also tun?

Erstmals einer Wahl fernbleiben? Auch das widerstrebt mir zutiefst. Also hingehen, eine demokratische Partei ankreuzen und hoffen, dass diese, gemeinsam mit anderen, dem Anti-EU-Block widerstehen kann.

Jürgen Baasch