Die Geschichte der Villa Kunterbunt

Villa Kunterbunt ais der Pippi Langstrumpf Verfilmung | © mare.photo
Villa Kunterbunt ais der Pippi Langstrumpf Verfilmung | © mare.photo

Wer kennt sie nicht, die freche taffe Göre mit den roten Haaren und den Sommersprossen, die sich nicht bevormunden ließ und doch gnädig war mit Menschen, die sich an anderen bereichern wollten. Wir haben sie besucht, bzw. ihr filmisches Zuhause- die berühmte Villa Kunterbunt mit dem Limonadenbaum. 

Denn die Villakulla, wie sie im schwedischen heißt, gibt es wirklich. Entdeckt haben wir sie in Kneipbyn auf der großen Ostseeinsel Gotland. Hier sind zahlreiche Sequenzen von Astrid Lindgrens  Erzählung über Pipi Langstrumpf verfilmt worden.  Wir erzählen die kleine Geschichte rund um die Villa Kunterbunt.

Wir kennen sie, wie lieben sie, die Pippi Langstrumpf aus den Astrid Lindgren-Erzählungen. Wer wollte als Kind nicht so leben wie die starke Pippi in ihrer Villa Kunterbunt mit dem Limonadenbaum und dem gesprenkelten Schimmel, dem Goldkoffer und dem kleinen Affen… Hier auf Gotland befindet sich die originale Villa Kunterbunt, oder wie sie im schwedischen heißt, die Villa Villekulla.

In dem kleinen Dorf Kneippbyen, welches sogar nach dem berühmten deutschen Pfarrer Kneipp benannt ist, hat die Villa Kunterbunt ihren endgültigen Standort gefunden. Kneippbyen ist gerade einmal drei Kilometer von der Inselhauptstadt Visby auf Gotland entfernt. (Hier ermittelt auch der Kommissar und das Meer)

Die letzte Ruhe gefunden hat die Villakulla nicht gerade, auch, wenn es fast so gekommen wäre. Heute ist sie Publikumsliebling im großen Freizeitpark, der in Scharen Familien und Kinder magisch anzieht. Wasserrutschen, Fahrgeschäfte und natürlich Theateraufführungen des vor allem bei den Kindern so beliebten Rotschopfes sorgen für lebendiges Treiben.

Wie erwähnt, verteilen sich über die ganze Insel die Drehorte Pippi Langstrumpfs. Aber irgendwie fehlte für sie ein passendes Zuhause. So suchte und so fand man ganz in der Nähe des heutigen Ortes auf dem Schießplatz des Panzerregimentes eine kleine Holzvilla, die vom zuständigen Standortverwalter als Wohnung genutzt wurde. Genau das richtige Zuhause für Astrid Lindgrens Heldin Pippi Langstrumpf.

Das Haus war aufgrund seiner Umgebung etwas abgeliebt, so bekam es knallbunte Farben und auch die Türmchen wurden hinzugefügt. Der verwilderte Garten passte perfekt zu dem eigenwilligen Häuschen. Alte und knorrige Obstbäume standen auf der Löwenzahnwiese und einer davon war in der Tat der urige Limonadenbaum. Den höhlte man allerdings aus, damit Pipi auch hineinklettern und vor dort aus Limonade verteilen konnte.

Im Inneren des Hauses ging es allerdings viel zu eng zu, als dass man da neben dem Affen auch das Pferd unterbringen konnte. So sind in der Tat die Innenaufnahmen in den berühmten Filmstaden in Solna bei Stockholm entstanden.

Die ersten beiden Staffeln waren abgedreht, da kam die Erweiterung des Schießplatzes im Jahr 1960. Der Kalte Krieg war spürbar und Gotland hat sowohl für Schweden wie für Russland bis heute enorme strategische Bedeutung für den Ostseeraum. Stand die Villa Kunterbunt bisher am Rande des Übungsplatzes, sollte sie nun für die Vergrößerung desselben weichen. Ein Abriss schien alternativlos. 

Die Regisseure hatten nun ein Problem, immerhin war die Episode die Episode Pipi außer Rand und Band noch nicht im Kasten. So ging man auf die Suche nach einem Käufer für dieses Haus, der bereit war, das eigentümliche Gebäude auf seine Kosten zu versetzen und die Dreharbeiten ermöglichen würde.

Fündig wurde man in der direkten Nachbarschaft bei Einar Nyberg, dem Campingplatzbetreiber. Ihm gefiel die Villa Kunterbunt und schnell wurde man sich einig. er wusste, irgendwann wäre diese Villa ihr Geld wert. Er kaufte im Dezember 1969 das Gebäude für 53.000 schwedische Kronen und ließ ein Jahr später, 1970, einen riesigen Schlitten bauen. Dieser wurde vorsichtig unter das Holzhaus geschoben, Da rückten dann auch die schweren Raupenbagger an, legten den Schlitten an ihre Ketten und zogen es etwa zwei Kilometer hin zu seinem heutigen Standort.

Schon im Mai 1970 konnten die letzten Dreharbeiten für Pippi außer Rand und Band umgesetzt werden. Allerdings wird dort kein Garten mehr gezeigt. Denn die Bäume konnte man nicht umsetzen.

Bald entstand der Freizeitpark Kneippbyen und heute ist dieser das Eldorado für alle, die einer echten Pippi Langstrumpf doch so gern begegnen würden. Das können wir ja leider nicht und doch werden wir deren Geschichten weitertragen, von Generation zu Generation. Vielen Dank dafür, Astrid Lindgren.

Die tollen Geschichten können direkt hier in der Ahlmannschen Buchhandlung bestellt werden.

Mehr über Gotland gibt es auf unserer Seite weites.land/gotland-entdecken/

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