Ehrenamt macht glücklich

Glücksforscher sind dem Glücksgen auf der Spur und haben herausgefunden, dass Menschen, die sich für Andere engagieren, glücklicher sind. Nun leben in Schleswig-Holstein die glücklichsten Menschen Deutschlands. Kann es daran liegen, dass uns Schleswig-Holsteinern, uns aus dem Bordesholmer Land, das Miteinander so wichtig ist? Wir suchen nach der Antwort, warum Ehrenamt im Bordesholmer Land glücklich macht und das Miteinander fördert.

Wer nach der Definition nach Erfolg fragt, wird von mir immer die Antwort bekommen:„Erfolg ist – glücklich zu sein“. So falsch scheine ich damit gar nicht zu liegen, denn offenbar haben  Menschen nachhaltig mehr Erfolg im Berufs- wie im Privatleben, wenn sie auch an andere denken.

Es gab in der Vergangenheit wissenschaftliche Überzeugungen, dass vor allem Menschen erfolgreich sind, die nur an sich denken und sich den Mitmenschen gegenüber gleichgültig verhalten. Grund dafür war u.a. auch die Vererbungslehre nach Darwin, in der nur die Stärksten überleben.

Aber es gibt Tests, Umfragen und Studien, die gezeigt haben, dass die Mehrheit der Menschen gerne bereit ist, Rücksicht zu nehmen und seine Umgebung zu unterstützen und auch mal zu helfen.

Denn es liegt mehrheitlich in unserer Natur, kooperativ zu denken statt auf Konfrontation zu gehen.

Geben ist seliger denn nehmen

Das berühmte Zitat kennen wir zur Genüge und wenn wir ehrlich sind, spüren wir, wie wir beflügelt und innerlich erfüll werden, wenn wir etwas Gutes tun, wenn wir anderen helfen. Dass wir im tiefsten Inneren genau dafür angelegt sind, könnte ein ganz unscheinbares und doch ziemlich aufschlußreiches Experiment des Max Planck Institutes in Leipzig zeigen. Zwei Wissenschaftler simulierten eine ganz gewöhnliche Situation: Ein Mann mit einem Berg voll Büchern in der Hand steht vor einem Schrank und versucht diesen zu öffnen. Im Raum befinden sich auch zwei 18 Monate alte Kleinkinder. Sie schauen dem Mann zu und irgendwann verstehen sie, dass er es ohne ihre Hilfe nicht schafft.

Sie laufen zum Schrank und versuchen, dessen Tür zu öffnen. Ganz ohne Aufforderung, ganz ohne Belohnungsaussichten. Abgesehen davon beobachte ich genau solches Verhalten bei unserer kleinen Tochter, der es Freude macht, zu helfen, ohne dafür etwas in Aussicht zu haben. Sie wirkt glücklich, wenn sie uns etwas Gutes tun kann.

Kleine Kinder kennen noch gar nicht, aus einem kalkulierten Antrieb heraus zu handeln. Sie tun es einfach. Und sie sind anschließend glücklich darüber.

Uns o verwundert es nicht, dass in der Mittelschicht über 40 Prozent bereit wären höhere Steuern für eine Senkung der Staatsverschuldung zu leisten oder sich drei Millionen Menschen in Deutschland bereit erklärt haben, im Kampf gegen den Krebs ihr Knochenmark zu spenden. Jeder zehnte engagiert sich für soziale Zwecke, etwa 20 Prozent sind in gemeinnützigen Vereinen aktiv und jeder dritte kümmert sich in seiner Nachbarschaft für ein WIR.

Aber sind wir nun aus ganz egoistischen Antrieb spendabel und engagiert, damit wir uns im Anschluss besser fühlen? Diese Antwort kann nach aktuellen Erkenntnissen ziemlich sicher verneint werden. Wir sind im Inneren auf soziale Anerkennung  und ein Miteinander ausgelegt, nicht aber auf rein persönlichem Vorteil. Denn wer nur für sich lebt, also ohne Interesse an seinem sozialen Umfeld, wird gar krank.

Und ja, es gibt sie, die Menschen, die sich nicht engagieren, die nur nehmen und nicht geben, die andere aussaugen und immer mehr wollen auf Kosten anderer. Es gibt sie, die Menschen, denen die Aufwandsentschädigung als Wahlhelfer noch viel zu wenig ist und Menschen, die immer nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind. Es gibt Menschen, die zu geizig und zu egoistisch sind zu spenden. Aber sind wir doch mal ehrlich: sind diese Menschen glücklich?

Das heißt im Umkehrschluss nicht, dass sich Menschen, die sich bisher nicht engagieren oder aus irgendwelchen Gründen offensichtlich nicht engagieren können. Denn oft nehmen wir nicht wahr, dass es vielleicht im Kleinen spielt, in dem das Engagement statt findet. Oder dass Menschen gar nicht wissen, wie sehr man genau sie in unserer Gemeinschaft braucht.

Nehmen wir genau diese Menschen mit und lassen sie teilhaben an dem Gefühl, glücklich zu sein.

 

Schreib uns Deine Meinung