Leserbrief an den Spiegel zu Bhagwan im Bordesholmer Land

Sehr geehrte Damen und Herren,in dem SPIEGEL-Gespräch berichtet Michael Jürgs auf Seite 121, „dass er mit Teilen der Bhagwan-Sekte schließlich in Bordesholm landete“. Hiervon weiß in dem 7500-Einwohnerort Bordesholm niemand. In der „Bordesholmer Rundschau“, einem wöchentlich erscheinenden Anzeigenblatt, wurde am 2. Mai folgender Beitrag veröffentlicht:

Leserbrief an den Spiegel zu Ausgabe 16 vom 13.04.2019, Seite 120, Bhagwan im Bordesholmer Land

Gespräch mit Michael Jürgs

zum Spiegel-Online-Artikel

 

„Michael Jürgs im Spiegel: Bordesholm war unser Versteck“

Wer weiß etwas davon? Oder nur eine Zeitungs-Ente?

Michael Jürgs war von 1976 bis 1985 Ressortleiter Unterhaltung beim „Stern“, 1986 wurde er für vier Jahre dessen Chefredakteur. In seiner Zeit als Ressortleiter Unterhaltung wollte er ein Interview mit Vertretern der damals populären Bhagwan-Sekte führen, deren Aufenthalt in der Nähe von Zürich vermutet wurde. In einem Spiegel-Interview, das in der Ausgabe Nr. 16 vom 13.4.2019 veröffentlicht wurde, beschreibt Jürgs diese Episode: „Ich ging zur Kasse und sagte zu Frau König, ich brauche bitte mal 50.000 Mark, fuhr nach Waldshut an die Schweizer Grenze, wo sich Teile der Sekte versteckt hatten. Und dann haben wir einen Vertrag gemacht über 50.000 D-Mark. Das war die Weltnachricht damals. Wir haben die Leute nach Hamburg geschafft, abgeschottet von den bösen anderen Kollegen. Dann auf die Insel Juist, schließlich landeten wir in Bordesholm, hinter uns CNN, alle jagten uns.“ Das kann doch eigentlich nicht von allen Bordesholmern unbemerkt von statten gegangen sein. Irgendwo müssen die Leute doch gewohnt, geschlafen und gegessen haben!

In den 1970er Jahren wurden die westlichen Medien auf einen indischen Intellektuellen aufmerksam, der eine neue Glaubenslehre verkündete. Er wurde weltweit als Bhagwan bekannt. Seiner Lehre gemäß sollten seine Anhänger, die Sannyasins, ihr Dasein als Ganzes annehmen und es in all seinen Facetten ausleben. Bhagwans Lehre umfasst Meditationsformen und Therapietechniken. Außerdem vertrat Bhagwan die Ansicht, dass jeder Mensch göttlicher Natur sei und durch Beschreiten eines eigenen Weges Erleuchtung erlangen könne. Orange gekleidet, ein Bildnis Bhagwans am Kettchen um den Hals, machten die Sannyasins in den Einkaufszonen auf sich aufmerksam. Wo später in der Hansastraße 82 das Obmolow, Kiels traditionelle Studentenkneipe, residierte, gab es in den 80er Jahren das vegetarische Bhagwan-Restaurant „Zorba de Bhudda“. Es gab sie also auch bei uns, die Jünger Bhagwans.
Aber dass Michael Jürgs mit seiner Bhagwan-Schnitzeljagd bei uns Station machte, kann hier niemand erinnern. Wer etwas weiß oder gar Fotos und Dokumente hat, sendet letztere bitte an die RUNDSCHAU, per E-Mail an redaktion@bordesholmer.land oder nimmt Kontakt mit Jürgen Baasch, Tel 04322 9673, auf.“

Wir sind gespannt, ob sich Michael Jürgs und die von ihm geschützten Bhagwan-Jünger in Bordesholm wirklich so heimlich aufgehalten haben können, oder ob vielleicht eine Verwechslung der Orte vorliegt.

Bitte helfen Sie uns bei der Aufklärung.

Mit freundlichen Grüßen

Jürgen Baasch