Wie wurde der 1.Mai zum Tag der Arbeit?

Geschichte des 1.Mai zum Tag der Arbeit im Bordesholmer Land | © bordesholmer.land
Geschichte des 1.Mai zum Tag der Arbeit im Bordesholmer Land | © bordesholmer.land

Der 1.Mai ist der Tag der Arbeit. Auch im Bordesholmer Land. Doch was hat es mit dem Tag der Arbeit auf sich? Wir erzählen die ganze Geschichte.

100 Jahre Tag der Arbeit 

In der turbulenten Zeit der Arbeiterbewegung gab es sozialdemokratische und kommunistische Strömungen, die einen Tag für die Rechte der Arbeiterschicht anregten. Das war im April 2019. Doch die Mitglieder der Nationalversammlung waren nicht durchgehend begeistert von dieser Idee. Und so fand man einen Kompromiss, mit dem alle leben konnten.

Das Gesetz zum Tag der Arbeit, erstmalig am 1.Mai 1919

Die Abgeordneten einigten sich auf ein Gesetz, in dem sie ab sofort den 1.Mai dem Gedanken des Weltfriedens, des Völkerbundes und des internationalen Arbeiterschutzes widmeten. Immerhin ist der grausame Erste Weltkrieg gerade ein halbes Jahr beendet.

Doch das Gesetz gilt nur dem 1.Mai 1919, die Idee, ihn auch zukünftig alljährlich diesen Feiertag zu begehen, findet keine Mehrheit. Vor allem Konservative und Bürgerliche verhindern deren konstante Einführung. Einige Regionen in Deutschland wollen ihn aber dennoch beibehalten.

Der eigentlich Ursprung des 1.Mai als Tag der Arbeit

Der eigentliche Ursprung, den 1.Mai zum Tag der Arbeit zu erklären, liegt allerdings in einem Streik. Und dieser findet am 1.Mai 1886 in den USA statt. Dort streiken an jenem Tag etwa 400.000 Menschen vor allem in den Industriestädten für die Einführung eines Acht-Stunden-Tages.  In Chicago  verlängert sich der Streik und sorgt am 3.+4 Mai 1886 für schwere Unruhen, die als Haymarket Riot in die Geschichte eingehen. In deren Folge kommen Demonstranten wie Polizisten ums Leben. Acht der Organisatoren des Streiks werden verurteilt und hingerichtet.

Die Entwicklung des 1.Mai zum Tag der Arbeit

Bald erreichen diese Nachrichten auch Europa und vor allem das freiheitliche Frankreich. Man verbrüdert sich auf dem Zeiten internationalen Arbeiterkongress  in Paris mit den Arbeitern in den USA, ist doch das Land durch den Ersten Weltkrieg dichter an Europa heran gerückt. Und so beschließen im Jahr 1889 die Arbeiterparteien und Gewerkschaften, ab sofort am 1.Mai für die Opfer der amerikanischen Arbeiterstreiks zu gedenken.

Sie rufen zu einer internationalen Demonstration auf und fordern zugleich bessere Arbeitsbedingungen, mehr Geld und auch den Acht-Stunden-Tag für die eigenen Arbeiter. Immerhin hat die industrielle Revolution eine ganz neue gesellschaftliche Arbeitsstruktur geschaffen, Menschen befinden sich nun oft in großer Anzahl in Fabriken. Und die Arbeitgeber glauben nur zu oft, sie könnten bis weit in die Privatsphäre das Leben der Arbeiter bestimmen.

Die Welle schwappt nach Deutschland und so kommt es auch hier am 1.Mai 1890 zu den sogenannten Mai-Spaziergängen. Etwa 100.000 Menschen beteiligen sich und kämpfen für ihre Rechte als Arbeiter. Bereits im folgenden Oktober  ist sich die SPD darüber einig, den 1.Mai zum Tag der Arbeiterbewegung  zu erklären.

In den folgenden Jahren kommt es an diesem Tag zu Demonstrationen und Streiks, was die Arbeitgeber mit Entlassungen oder Aussperrungen beantworten. Der 1. Mai wird zum Tag des Klassenkampfes.

 Missbrauch des 1.Mai zum Tag der Arbeit

Bisher ist der 1.Mai von linken Gruppierungen und Parteien belegt, ist dies vor allem den rechten Gruppierungen ein Dorn im Auge. Vom 1. Mai ging viel Energie aus, viele Menschen fühlen sich angesprochen.

Doch 1933 kommen die Nationalsozialisten an die Macht und beginnen sogleich, Themen der linken Gruppierungen selbst zu benutzen. So erklären sie den 1.Mai zum Tag der Arbeit und zugleich zum gesetzlichen Feiertag bei vollem Lohnausgleich.

Damit nehmen sie den verhassten Gewerkschaften, Sozialdemokraten und Kommunisten den Zulauf weg und nutzen diesen Tag für die eigene Propaganda. Damit nicht genug, einen Tag später ist der Inhalt des 1. Mai wieder abgeschafft, Gewerkschaftsbüros werden gestürmt und verwüstet, Funktionäre verhaftet und die Gewerkschaften gleichgeschaltet. Stattdessen müssen die Menschen fortan am 1.Mai den Paraden und Aufmärschen beiwohnen und Hitler huldigen.

Der 1.Mai als Tag der Arbeit nach dem Zweiten Weltkrieg

Als 1945 Deutschland nach dem verlorenen Zweiten Weltkrieg am Boden liegt und die Alliierten das komplette Leben bestimmen, wird auch über den Fortbestand der Feiertage verhandelt. Sie genehmigen die Beibehaltung des 1. Mai als Feiertag. Vor allem die wiederbelebten Gewerkschaften nutzen endlich wieder den Tag für Ihre Botschaften und Demonstrationen, zumindest in Westdeutschland. In Ostdeutschland dagegen wird dieser Tag nach wie vor für staatliche Propaganda und Militärparaden genutzt, wenn auch nun durch das DDR Regime.

Heute ist der 1.Mai als Tag der Arbeit in ganz Europa etabliert. Und vielleicht sollten wir diesen Tag wieder als Tag der Arbeit nutzen im Gedenken dafür, dass sich Menschen schon früh für die Arbeitnehmerrechte unter Einsatz ihres Lebens eingesetzt haben.